OTTO-CIO Michael Müller-Wünsch

Reboot Germany. Now.
Warum gerade CIOs mit der Politik Deutschlands digitale Zukunft sichern können

Globale Player schaffen Fakten mit KI und neuen Infrastrukturen – Deutschland droht zum Betreiber statt Wertschöpfenden zu werden. Entscheidend sind jetzt CIOs, die Modernisierung treiben, und Politik, die Tempo ermöglicht. Kompetenzen sind da, was fehlt, ist gemeinsames Handeln. Mutige Entscheidungen – jetzt.

Von Michael Müller-Wünsch, CIO, OTTO

Mit dieser Keynote eröffnete Michael Müller-Wünsch die diesjährigen Hamburger IT-Strategietage. Mit seinem Claim „wir müssen vom Consumer wieder zum Builder werden“ begeisterte er den ganzen Saal. Hier ist die Rede zum Nachlesen – für alle, die sie verpasst haben oder nochmals Revue passieren lassen möchten.

Die unbequeme Diagnose

Ich habe eine schlechte Nachricht: Wir verlieren. Nicht ein bisschen. Nicht nur in ein paar Bereichen. Wir verlieren und verspielen die digitale Zukunft Deutschlands.

Während ich diese Zeilen schreibe, bringen US-Hyperscaler im Monatsrhythmus neue Foundation-Modelle in Produktion. Während dessen setzen chinesische Metropolen hunderte Smart-City-Programme um – mehr als jedes andere Land. Während dessen reden wir in Deutschland noch zu oft über Digitalisierung, statt sie umzusetzen.

Das muss vorbei sein. Vorbei ist die Zeit der Strategiepapiere, der Pilotprojekte, des „Wir müssen mal“. Deutschland braucht einen REBOOT. Und zwar: NOW.

Drei unbequeme Wahrheiten

Die Wahrheit #1: Digitale Souveränität als Inszenierung

Wir reden über digitale Souveränität, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir bisher nur die Tapete ausgesucht. Das Fundament, die Wände und das Dach unserer IT gehören Amazon, Microsoft und Google – auch bei uns bei OTTO. Wir sind keine Hausbesitzer mehr, wir sind nur noch Untermieter mit einer sehr schicken Inneneinrichtung. Wir reden über „AI made in Germany“ und lizenzieren überwiegend US-Modelle. Das ist keine Souveränität. Das ist ihre Inszenierung.

Die Wahrheit #2: Vom Gestalter zum Betreiber

Deutschland ist vom Gestalter zum Betreiber geworden. Wir betreiben. Wir implementieren. Wir kaufen ein. Aus Buildern wurden Deployer, dann Operator – jetzt sind wir in Deutschland Tech-Konsumenten.

Die Wahrheit #3: Die China-Speed-Realität

Während wir diskutieren, handeln andere. Während wir regulieren, innovieren andere. Während wir absichern, riskieren andere. Das Resultat: Wir werden systematisch abgehängt. Und jetzt kommt der Teil, der wehtut. Wir wissen das alles.

Das Leben in der Lüge

Mark Carney, der kanadische Premier und Ökonom, hat in Davos ein Bild von Václav Havel benutzt, das mich nicht in Ruhe lässt: Das „Leben in der Lüge“. Der Gemüsehändler in Havels Geschichte hängt ein ideologisches Schild ins Fenster. Nicht, weil er daran glaubt, sondern um dazuzugehören. Weil es alle tun, bleibt das System stabil.

Auch wir haben solche Schilder: „Digitale Transformation läuft.“ „AI-Strategie approved.“ „Cloud-First seit 2019.“ Jeder CIO kennt sie. Viele haben sie selbst geschrieben. Ich auch. Und wir alle wissen: Es ist eigentlich eine Fiktion.

Nicht weil wir nicht hart genug arbeiten. Sondern weil wir nicht mehr bauen und engineeren. Wir betreiben. Wir administrieren. Wir managen. Wir konsumieren. Aber wir schaffen keine neue technologische Wertschöpfung mehr.

Oder anders: Die Welt baut. Deutschland betreibt. Die Welt riskiert. Deutschland reguliert. Die Welt rebootet. Deutschland patcht.

Es ist Zeit für Deutschland, dieses Schild aus dem Fenster zu nehmen. Es ist Zeit für einen Reboot. Now.

Die SAP-Timeline: Der Abstieg in vier Akten

Lasst mich eine kurze Geschichte erzählen. Eine deutsche Geschichte. Ein Beispiel für unseren systematischen Abstieg vom Builder zum Consumer.

2005 – Die Builder: Erinnert euch an die Hochphase von SAP R/3. Wir haben damals nicht nur Software verkauft – wir haben der Welt erklärt, wie ein Unternehmen zu laufen hat. „Best Practice“ made in Germany war unser Exportschlager. Wir waren die BUILDER.

2010 – Die Deployer: Wir haben aufgehört, zu erfinden und angefangen zu skalieren. Wir haben den Rollout perfektioniert. Globale Templates, IT-Fabriken wie Schweizer Uhrwerke. Effizienz wurde unsere Religion. Während wir das Gestern zementierten, verpassten wir den Moment, das Morgen neu zu erfinden. Aus Buildern wurden DEPLOYER.

2015 – Die Operator: Dann kam die Ära der Konsolidierung. Das Credo: effizient betreiben. Ticket-Systeme, SLAs, Kostensenkung. Wir haben die Motoren geölt, während die Konkurrenz in den USA und China das Fliegen lernte. Wir haben die IT vom Gestalter zum reinen Kostenfaktor degradiert. Aus Deployern wurden OPERATOR.

2020 – Die Consumer: Und heute? Wir sind in der Ära des reinen Tech-Konsums angekommen. Wir feiern uns für Multi-Cloud und makellose Architekturbilder auf dem Papier. Aus Operatoren wurden reine CONSUMER.

Aber Hand aufs Herz: Was davon ist noch europäisch souverän? Fast nichts. Wir konsumieren Innovation, die woanders gebaut wird. Wir sind die Mieter in einem Haus, dessen Schlüssel wir nicht mehr besitzen. Wir managen nur noch die Schnittstellen zu den Giganten.

Mein Fazit für Deutschland: Wir wurden vom Builder, dann zum Deployer, zum Operator und heute zum Consumer. Genau diese Logik wiederholt sich wieder bei der Cloud-Infrastruktur und jetzt in der KI-Industrie. Aktuell sind wir an einem Punkt, an dem wir diskutieren, welchen amerikanischen AI-Provider wir lizenzieren sollen, während anderswo eigene Foundation-Modelle entstehen. Das ist der Unterschied zwischen Wertschöpfung und Wertverlust.

Drei systemische Fehler

Wie konnte das passieren? Deutschland hat drei systemische Fehler gemacht:

Fehler #1: Risiko-Aversion als Kultur. Deutsche Unternehmen sind risiko-optimiert, nicht chancen-orientiert. Wir haben zig Gremien für Entscheidungen und keines für Chancen. In China heißt es: Move fast and break things. In Deutschland heißt es: Move carefully and break nothing. Das Resultat: Wir bewegen uns nicht mehr.

Fehler #2: Regulation statt Innovation. Wir haben DSGVO perfektioniert. Andere haben Data Economies gebaut. Wir haben AI-Ethics-Boards. Andere haben AI-Unicorns. Wir schützen Daten. Andere monetarisieren sie. Regulation ist wichtig. Aber sie ist kein Business-Modell.

Fehler #3: Partizipation statt Geschwindigkeit. Konsens ist Deutschlands Superkraft. Und Deutschlands Achillesferse. Anderswo fällt eine Entscheidung in Tagen. Bei uns entscheiden 15 Stakeholder in 12 Monaten – bis dahin ist die Welt drei Zyklen weiter. Das ist Kultur. Aber Kultur ist kein Schicksal – Kultur ist eine Entscheidung.

Middle Power Realität

Mark Carney formuliert es so: „Great powers can afford to go it alone. Middle powers cannot.“ Übertragen auf Deutschland: Die USA dominieren über Plattformen. China dominiert über Geschwindigkeit. Deutschland verhandelt bilaterale Vendor-Verträge.

Das ist exakt unsere IT-Realität. Wir inszenieren Souveränität, schreiben Papiere, gründen Initiativen – und kaufen dann doch bei Hyperscalern. Das ist zwar ehrlich, das ist real. Aber es ist keine Strategie.

China Speed: Der Geschwindigkeitsnachteil

Wie können wir diese Situation verändern? Es geht um Geschwindigkeit. Zwei Industrien als Beispiel für „China Speed“:

E-Mobilität – Zehn Jahre, zwei Timelines: China 2015: E-Mobility wird strategisches Ziel. China 2025: China exportiert E-Autos nach Europa, günstiger als VW. Deutschland 2015: diskutiert E-Mobilitäts-Strategie. 2025: Deutsche Autobauer kaufen Batterien aus China. Beide Male die Timeline: 10 Jahre. Das Resultat: in China Marktführerschaft versus Abhängigkeit in Deutschland.

Smart City: China: zahlreiche Smart-City-Programme, skalierend und vernetzt. Deutschland: einige Pilotprojekte – oft noch in Evaluation. Das sind keine Anekdoten. Das ist ein systemischer Geschwindigkeitsnachteil.

CIOs als bewährte Krisenmeister

Aber es gibt auch Hoffnung. CIOs und IT-Verantwortliche haben schon bewiesen, dass wir handeln können:

März 2020: Die Welt steht wegen COVID Kopf. Innerhalb von Wochen haben CIOs ermöglicht, dass Millionen Menschen weiterarbeiten können. Kollaborationsinfrastrukturen in Windeseile produktiv. Kein Strategiepapier. Handeln.

2022: Energie- und Infrastrukturkrise durch den Ukraine-Krieg. Während andere diskutierten, haben CIOs Gebäudemanagement optimiert, Infrastrukturen resilient gemacht, den Betrieb aufrechterhalten. Keine Gremien. Machen.

Seit 2024: GenAI stellt alles infrage. Während Chef-Etagen ratlos sind, geben CIOs Rahmen, Richtung, Strategie. Keine PoCs. Führen.

Drei Krisen. Drei Mal haben CIOs bewiesen: Wenn es darauf ankommt, können wir innerhalb von Wochen umsetzen, wofür andere Jahre brauchen. Die Frage ist nur: Warum nur in Krisen?

Deutschland kann bauen

Deutschland hat nicht verlernt zu bauen. Deutschland baut dort, wo wir es uns zutrauen. Vier Hoffnungsträger:

Quantencomputing in Hamburg: Eines der ambitioniertesten europäischen Quantencomputing-Vorhaben entsteht hier – mit direktem Nutzen für die Klimaforschung. Das ist Twin Transformation: Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

SOOFI – industrielle KI-Souveränität: Ein großangelegtes deutsches Foundation-Model, getragen von Fraunhofer, Universitäten und dem KI-Bundesverband, ist für 2026 in der Umsetzung geplant. Ziel: industrielle KI-Souveränität auf europäischem Boden.

STACKIT – der kommerzielle Beweis: Heilbronn. Nicht Silicon Valley. STACKIT zeigt, dass europäische Cloud unternehmerisch funktioniert – mit zweistellig-milliardenschweren Investitionen und dem Plan, auf hyperscaler-skalierte GPU-Kapazitäten zu wachsen. Das ist kein Diskussionspapier. Das ist operative Infrastruktur.

Parloa & Black Forest Labs – Die neue deutsche Macher-Generation: Da ist Parloa aus Berlin. Sie bauen KI nicht zum Spielen, sondern für den harten Unternehmenseinsatz. Sie zeigen, wie man Kundenservice auf Weltniveau automatisiert – mit einer Präzision, die die US-Konkurrenz nervös macht. Und Black Forest Labs: Ein Team aus dem Schwarzwald, das aus dem Nichts kam und mit ihrem Modell „FLUX“ mal eben den globalen Standard für Bildgenerierung gesetzt hat. Die ganze Welt nutzt ihre Technologie – von den Kreativen in L.A. bis zu den Tech-Giganten im Valley. Das Fundament für diese visuelle Revolution wurde nicht in Palo Alto gegossen, sondern im Schwarzwald.

Vier Beispiele. Vier Hoffnungsträger. Wir können bauen. Wir können innovieren. Wir können führen. Die Frage ist: Können wir dies nicht überall in der Wirtschaft? Warum kennt jeder CIO ChatGPT, aber wer kennt SOOFI, Parloa und Flux?

Die erforderliche Trendwende

Wir brauchen eine Trendwende: Deutschland muss wieder vom Betreiber zum Wertschöpfer werden. Heute betreiben wir US-Infrastruktur. Wir betreiben SaaS. Wir betreiben LLM-APIs. Wir betreiben alles – aber wir bauen zu wenig.

Die Konsequenzen sind weitreichend: Wertabfluss – jeder Dollar, der in US-Clouds fließt, ist Wertschöpfung in den USA. Deutschland zahlt. Amerika profitiert. Kompetenzverlust – Builder-Talente gehen dorthin, wo gebaut wird. Strategische Abhängigkeit – wer die Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Und Deutschland kontrolliert seine Infrastruktur nicht mehr.

Aber es ist nicht zu spät. KI ist ein Epochenwandel. Wenn wir ihn nicht gestalten, leidet gesellschaftlicher Zusammenhalt – und am Ende unsere Demokratie. Genau deshalb trägt die CIO-Community jetzt Verantwortung: wir müssen vorangehen, nicht abwarten.

Prinzipien und Pragmatismus

Und wie? Mit Prinzipien und Pragmatismus.

Prinzipien – Wir bewahren, was uns ausmacht: Deutsche Engineering-Exzellenz. Datenschutz als Grundrecht. Partizipative Unternehmenskultur. Bewusste Nachhaltigkeit. Der European AI Act ist anspruchsvoll, schafft Reibung und kann Innovation verlangsamen, setzt aber klare Standards für Transparenz, Kontrolle und Nachvollziehbarkeit. Bei OTTO beispielsweise gilt: Jede KI, die wir nutzen, folgt dem Prinzip Responsibility by Design. Vertrauen ist kein Innovationshemmnis, sondern ein Wettbewerbsvorteil – gerade in Europa.

Pragmatisch – Wir nehmen die Welt, wie sie ist: US-Hyperscaler sind Realität – wir nutzen sie taktisch und opportunistisch. China ist Wettbewerber – wir lernen von der Geschwindigkeit. KI ist disruptiv – wir bauen AI-native Organisationen. Das ist kein Widerspruch. Das ist Balance.

Drei konkrete Entscheidungen

Konkret heißt das: Drei Entscheidungen. Heute. Jetzt. Hier.

Entscheidung 1: Von Betreibern wieder zu Buildern

Wir hören auf, uns als Verwalter von fremden Lizenzen zu feiern. Wer nur einkauft, baut keinen Wert auf, er überweist ihn nur ins Silicon Valley. Wir fangen an, systematisch strategische Technologie-Fähigkeiten aufzubauen. 10% unserer Budgets müssen in eigenes AI-Engineering fließen – oder wir unterschreiben heute unsere eigene Irrelevanz.

Das OTTO-Beispiel: Wir haben unser Engineering in den letzten Jahren ausgebaut, können so jetzt otto.ai inhouse bauen und nutzen Hyperscaler als Infrastruktur, nicht als Strategie. Wir stärken das digitale Ökosystem in Hamburg über die Impossible Founders: bestehend aus Unis, Startups und Industrie. Daraus werden Anwendungen und Business statt Theorie.

Entscheidung 2: Von Konsens zu Geschwindigkeit

Wir behandeln in Deutschland jede Entscheidung, als wäre sie eine Einbahnstraße – eine „One-Way-Door“. Wir prüfen, sichern ab und zögern, bis die Welt an uns vorbeigezogen ist. Dabei sind 90% unserer Tech-Entscheidungen „Two-Way-Doors“ – Drehtüren. Wenn es nicht passt, gehen wir einfach wieder zurück. Lasst uns aufhören, Angst vor der falschen Tür zu haben, und lasst uns endlich durch die Tür gehen!

Die Idee bei OTTO: Strategische KI-Projekte in 90-Tage-Sprints; Cloud-Services-Go/No-Go-Entscheidungen in Wochen.

Entscheidung 3: Vom Alleingang zur Koalition

Jeder CIO kämpft allein. Wir schaffen Tech-Koalitionen. Auch hier, jetzt in Hamburg oder über den VOICE, unseren deutschen CIO-Anwenderverband.

Middle powers must act together because if you are not at the table, you are on the menu.“ – Mark Carney

Sein Prinzip: „Strategic Autonomy through Diversification“. Parallel zu Allianzen eigene Optionen aufbauen: digitale Infrastruktur, beschleunigte Beschaffung, diversifizierte Handelsbeziehungen. Es ist die Kombination aus Prinzipien und Pragmatismus, die Handlungsfähigkeit zurückgibt.

Variable Geometry für Deutschland

In Deutschland können wir dasselbe tun: Wir nutzen US-Hyperscaler – und wir bauen STACKIT und unsere anderen lokalen Partner aus. Wir nutzen OpenAI & Co. – und investieren in SOOFI, Parloa und Schwarzwald Labs. Wir bleiben offen – und entwickeln kritische Komponenten selbst.

Carney nennt das „Variable Geometry“: Different coalitions for different issues. Nicht ein Partner für alles – der beste Partner je Thema.

Vision 2026-2028: Deutschland ist zurück

Stellt euch vor: Reboot Germany startet in 2026. 100 CIOs verpflichten sich: mehr als 10% der Tech-Budget in eigene AI-Capabilities. Wir schaffen die „German AI Alliance“: gemeinsame SOOFI-Pilotierungen. Public Sector als Anker-Kunde für StackIT & Co auf europäischer Cloud. Die Macht liegt in der Koalition. Nicht im Solo-Spiel.

Dann sehen wir in 2027: Erste Erfolge. SOOFI ist produktiv in Dutzenden Unternehmen. STACKIT und unsere anderen Partner in Deutschland und Europa wachsen. Twin Transformation wird Standard.

Und im Jahr 2028: Deutschland ist zurück. Als Builder. Als Innovator. Als Gestalter.

China baut schnell. Amerika baut groß. Und unser USP setzt sich durch: Deutschland baut verantwortungsvoll.

Ich sehe eine Zukunft vor mir, in der deutsche Ingenieurskunst wieder Weltmaßstäbe setzt: Quantencomputing für die Klimaforschung. Open-Source-AI als digitales Gemeingut. SOOFI mit privacy-by-design. STACKIT mit europäischen Standards. AI für Nachhaltigkeit – nicht nur für Wachstum.

Der Aufruf: Jetzt handeln

Ich sage: Reboot ist nicht optional. Reboot ist jetzt. Die Beweise sind da. Das Playbook ist da. Was noch fehlt, ist gemeinsames Handeln in der deutschen Gesellschaft.

An die CIOs: Ihr habt die Macht, eure Unternehmen zu rebooten. An die Politik: Ihr habt die Macht, Deutschland zu rebooten. An die Wissenschaft: Ihr zeigt uns, dass wir es können.

Deswegen ganz nach Carney in Davos: Wer Optionen hat, kann NEIN sagen. Wer abhängig ist, muss JA sagen. Das ist der Unterschied zwischen echter Souveränität oder ihrer Inszenierung.

Das Ende der Inszenierung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Entscheider in Politik und Wirtschaft: Wir nehmen das Schild jetzt aus dem Fenster. Keine Digitalisierungs-Rhetorik mehr. Keine Strategie-Papiere mehr. Stattdessen: Wir bauen. Wir riskieren. Wir handeln. Wir koalieren. Wir investieren. Wir liefern.

Deutschland braucht keinen digitalen Wandel. Es braucht mehr. Deutschland braucht einen Reboot.

Und dieser Reboot beginnt nicht morgen. Nicht nächstes Quartal. Nicht nach der Wahl. Dieser Reboot beginnt jetzt. Mit dem Mut, wieder selbst zu bauen. Mit dem Risiko, das uns groß gemacht hat.

REBOOT GERMANY. NOW.

Michael Müller-Wünsch, OTTO

„Wir müssen vom Consumer wieder zum Builder werden“, fordert OTTO-CIO Michael Müller-Wünsch. (Foto: OTTO)