Von der Mutter EnBW

Laura Bußer IT-Chefin bei Netze BW

Die vergangenen sieben Jahre hat Laura Bußer die Security-Themen beim baden-württembergischen Energieversorger EnBW verantwortet. Jetzt hat sie einen neuen Job als IT-Chefin bei der Tochtergesellschaft Netze BW GmbH übernommen.

Von Heinrich Vaske

„Fast sieben Jahre lang durfte ich Security-Themen gestalten, nachhaltige Strukturen aufbauen und so einige Herausforderungen meistern“, schreibt Laura Bußer auf LinkedIn und bedankt sich bei ihrem Cybersecurity-Team. Künftig erwarten sie bei der Tochtergesellschaft Netze BW, die als Verteilnetzbetreiber die physische Infrastruktur rund um Strom-, Gas und teilweise auch Wassernetze betreut, ganz andere Aufgaben.

In seinen Vorgaben zur Marktregulierung verlangt der Gesetzgeber, dass die großen Versorger Netzbetrieb und Energieverkauf voneinander trennen (Unbundling). Mit dem Energiewirtschaftsgesetz wird sichergestellt, dass der Netzbetreiber (in diesem Fall Netze BW) nicht nur der Muttergesellschaft, sondern auch anderen Strom- und Gasanbietern einen neutralen Zugang zu seinen Netzen gewährt.

Bußer ist gut darauf vorbereitet, hat sie doch in den vergangenen 13 Jahren eine beeindruckende Betriebskarriere bei EnBW hingelegt. Sie startete als IT-Einkäuferin, beschäftigte sich dann mit Software Asset Management und wurde 2017 „Projektmanagerin Programmsteuerung Sales, Marketing & Operations“. Nicht einmal zwei Jahre später stieg sie auf zur Managerin Unternehmensentwicklung/Strategie, um dann 2019 Leiterin des Information Security Management zu werden. Ende 2023 gelang ihr der Aufstieg zur Director Cybersicherheit.

Als IT-Chefin von Netze BW wagt sich Bußer nun in stürmischere Gewässer. Deutschlands Energieversorger sind dabei, ihre historisch gewachsenen, analogen Energienetze in hochdigitalisierte, flexible und intelligente Smart Grids umzubauen. Früher floss Energie von wenigen Großkraftwerken zu den Verbrauchern. Heute speisen viele andere Energiequellen, darunter vor allem Photovoltaikanlagen und Windräder, dynamisch Strom in das Verteilnetz ein. Die IT muss diese massiven, bidirektionalen Datenströme in Echtzeit verarbeiten, um Netzengpässe zu vermeiden.

Hinzu kommen zahlreiche gesetzliche Auflagen, insbesondere die Pflicht, intelligente Messsysteme (Smart Meter) in der Fläche auszurollen. Das verlangt eine hochsichere IT-Infrastruktur für die Verarbeitung von gewaltigen Datenmengen, und das unter strikten Datenschutzauflagen.

Das Thema Cybersicherheit wird Bußer in ihrer neuen Rolle sicher nicht aus den Augen verlieren. Als Betreiberin kritischer Infrastrukturen steht die Netze BW im Fadenkreuz potenzieller Cyberangriffe. Hinzu kommt, dass die IT strengste regulatorische Vorgaben erfüllen muss (BSI-IT-Sicherheitskatalog, NIS-2). Das wird insbesondere für die Verknüpfung von sicherer IT und operativer Steuerungstechnik im Feld (OT) eine wichtige Rolle spielen.

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Laura Bußer, Netze BW

Laura Bußer war zuletzt bei EnBW für IT-Sicherheit zuständig. (Foto: privat)