Zum Jahreswechsel

Christa Koenen wird CIDO bei Strabag

Christa Koenen, vielen noch als CIO der Deutsche Bahn AG bekannt (2018 – 2021), hat einen neuen Job: Zum 1. Januar 2027 wird sie Chief Information and Digital Officer (CIDO) beim österreichischen Baukonzern Strabag. Koenen zieht dort auch in den Vorstand ein.

Von Heinrich Vaske

Strabag ist einer der größten Baukonzerne Europas (89.000 Beschäftigte). Neben der Kernmarke gehört auch der Hoch- und Tiefbauspezialist Ed. Züblin zum Unternehmen. Mit Christa Koenen haben die Österreicher eine erfahrene Digitalisierungsexpertin verpflichtet: Nach ihrer CIO-Tätigkeit bei der Bahn war sie als IT-Chefin Vorstandsmitglied der Logistiktochter Schenker, die 2024 an die dänische DSV verkauft wurde.

Nun also der Wechsel in die Baubranche: Strabag deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, vom Rohstoffabbau (Schotter, Kies, Sand etc.) über Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau bis hin zum Facility Management und Rückbau.

Momentan verfolgen die Wiener die „Strategie 2030 – People. Planet. Progress“. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sicherung von Fachkräften in Zeiten des demographischen Wandels, außerdem Klimaneutralität bis 2040 und schließlich ein Fokus auf Technologie- und Prozessführerschaft sowie Profitabilität, mit dem Ziel einer Ebit-Marge von mindestens sechs Prozent bis 2030.

Digitale Technologien werden als wichtige Werttreiber auf den Baustellen und in der Projektsteuerung gesehen. Deshalb wurden alle IT- und Digitalisierungsthemen in einem eigenständigen CIDO-Vorstandsressort zusammengeführt, das künftig von Koenen geleitet wird.

Dabei steuert die Einheit „Strabag IT“ den operativen Betrieb, während die „Strabag Innovation & Digitalisation“ (SID) digitale Bauverfahren, ConTech-Innovationen und Start-up-Kooperationen vorantreibt. Der Baukonzern zählt zu den Vorreitern bei Building Information Modeling (BIM) und verfolgt mit seiner Plattform Strabag.Maps eine eigene Geodaten- und Datenstrategie (GIS). Dabei werden standort- und umgebungsbezogene Geodaten mit Projektdaten zusammengeführt, um Trassen, Baugrundrisiken und Logistik zentral und visuell zu steuern.

KI und Automatisierung sind ebenfalls ein wichtiges Thema, etwa bei der Entwurfsoptimierung („Generative Design“), dem 3D-Betondruckverfahren sowie datengetriebene Risikoanalysen. Last, but not least verfolgt Strabag die Vision der „papierlosen Baustelle“. Umgesetzt wird sie mit mobilen Endgeräten für Bauleiter und Poliere, Sensorik und Telematik für die Überwachung von Großgeräten sowie Cloud-Lösungen zur länderübergreifenden Zusammenarbeit.

In einer Pressemitteilung lässt sich Koenen wie folgt zitieren: „Die Chance, einen der größten europäischen Baukonzerne dabei zu unterstützen, ein dezentrales, internationales Dienstleistungsgeschäft digital zu vernetzen, Innovationen gezielt voranzutreiben und zukunftsfähig aufzustellen, macht diese Aufgabe besonders reizvoll.“

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Christa Koenen, Strabag

Christa Koenen zieht Anfang 2027 in den Vorstand der Strabag ein (Foto: Strabag).