Förderer der CIO-Community
Bernd Gill ist tot
Einer der größten Förderer der deutschen CIO-Community ist von uns gegangen.
Von Horst Ellermann
Am Samstag ist nach kurzer, schwerer Krankheit Bernd Gill verstorben. Die Operationen an seinem Bauchspeiseldrüsen-Krebs konnten ihm nicht mehr helfen. Die CIO-Community verliert einen ihrer wichtigsten Förderer.
Bernd war ein HP-Gewächs, so werden ihn die meisten von uns erinnern. 1993 fing der Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker als Berater bei Hewlett-Packard an. Schon ab 1995 war er für die „HP Computer-News“ verantwortlich, ein Magazin, von dem wir alle gerne (heimlich) abgeschrieben haben. Bernd hatte ein Gespür für gute Geschichten, die er gerne aus Anwendersicht erzählte oder später erzählen ließ – so, wie wir es mögen.
Sein Aufstieg als Marketing Manager erklärt sich aus Fleiß und einem Faible für neue Methoden und Ansätze. Bernd war immer Early Adopter. Ich habe durch ihn zum ersten Mal vom „Business Model Canvas“ gehört, einer Methode, die außer Bernd Mitte der Nuller-Jahre noch kaum jemand kannte. Später überraschte er mich als Pilot von Drohnen. Während wir uns allenfalls an Spielzeug-Drohnen versucht haben, hatte Bernd bereits ein Profi-Gerät für seine Kamera – und flog diese mit der Begeisterung eines Zwölfjähren, der sich schon zwei Weihnachten nichts anderes gewünscht hatte.
CIOs kannten Bernd als konstanten Förderer der Inkop, dem Diskussionsformat des Veranstalters Finaki, das er bis zum Schluss besuchte. Als Themengeber für das CIO-Magazin betrat er 2008 erstmals die Bühne. Damals holte er den ehemaligen Gouverneur von Hongkong, Chris Patten, zu einer gemeinsamen Veranstaltung von HP und CIO-Magazin ins Berliner Adlon. Bernd war immer klar, dass IT und Politik nicht zu trennen sind. Seine Jahre in den USA und seine puerto-ricanische Frau haben dazu beigetragen, den Blick über den Tellerrand zu wahren.
2017 kam für Bernd der Wechsel von HP zu DXC, drei Jahre später folgte er seinem Freund Jürgen Stauber zu Rackspace, wo er bis zum Schluss arbeitete – viel zu viel arbeitete. Wenn man Bernd überhaupt irgendetwas vorwerfen kann, dann nur, dass er sich selbst zu wenig geschont hat. Während der Corona-Krise entwickelte er beispielsweise ein Tool, um Impfungen besser zu verwalten. Das hätte er nicht tun müssen. Hat er aber, weil er es eben als sinnvoll erachtete, sich neben seinem anspruchsvollen Job noch gesellschaftlich zu engagieren.
Bernd ist nur 57 Jahre alt geworden. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Ihnen gilt unsere Anteilnahme. Wir vermissen einen warmherzigen und inspirierenden Menschen.
Bernd Gill wurde nur 57 Jahre alt (Foto: Karen Funk).


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