Von SAP

Florian Roth neuer CIO von Nokia

Nach knapp 21 Jahren bei SAP, davon fünfeinhalb Jahre in der Rolle des Chief Digital and Information Officer (2018-2024), bricht Florian Roth auf zu neuen Ufern: Er ist jetzt CIO von Nokia.

Von Heinrich Vaske

Zuletzt war Florian Roth bei SAP als „President and Global Head of Business Suite Service & Delivery“ weltweit für die Zufriedenheit der Kunden mit der SAP Business Suite zuständig. Er leitete die globale Customer-Experience-Organisation, bestehend aus den Bereichen Professional Services, Solution Advisory, Customer Success und Support.

Als Nokia-CIO verantwortet er künftig die „globale IT-Strategie und die digitale Transformation“. Auf LinkedIn schreiben die Finnen: Unter Roths Führung soll die IT-Organisation Technologien, Daten und Analytics-Tools optimal nutzen, um Nokias Innovationskraft zu stärken und die betrieblichen Abläufe zu optimieren.

Ein kleiner Exkurs zu Nokia: Das Unternehmen war in den 1960er Jahren noch ein Gemischtwarenladen mit einem breiten Sortiment: Papier, Autoreifen, Kabel und die legendären Gummistiefel. In den 1970er und 1980er Jahren gelang der Einstieg in die Elektronik. Der Fokus lag zunächst auf digitalen Vermittlungsstellen („DX 200“) und den ersten Autotelefonen („Mobira“). In den 1990er und 2000er Jahren dominierte Nokia dann mit den Handymodellen 3310 und 8310 über ein Jahrzehnt den weltweiten Mobilfunkmarkt.

Es folgte ein spektakulärer Absturz. Nokia hatte den Wandel zu Touchscreens verschlafen und konnte dem iPhone nichts entgegensetzen. 2014 verkaufte Nokia seine defizitäre Handysparte an Microsoft (über den „Erfolg“ von Microsoft in diesem Geschäft breiten wir taktvoll den Mantel des Schweigens).

Nokia konzentrierte sich nun ganz auf den B2B-Markt. Durch die Übernahmen von Alcatel-Lucent und Infinera etablierten sich die Finnen als zentraler Ausrüster für Glasfaser-, IP- und Mobilfunknetze. Nicht zu vergessen: Nokia verwaltet noch immer ein gewaltiges Patentportfolio mit über 20.000 Patentfamilien in 4G/5G/6G, Video- und Audio-Codecs. Es wird an Smartphone-Hersteller, die Automobilindustrie und Tech-Firmen lizenziert.

Heute ist Nokia im boomenden Datacenter-Geschäft mit seinen Spezial-Switches und optischen Transceivern ein wichtiger Player. Gemeinsam mit Nvidia wurde eine AI-RAN-Plattform entwickelt. Sie ersetzt die starre Spezialhardware an den Mobilfunk-Sendemasten durch flexible KI-GPUs und moderne Software. So schafft das Unternehmen die Basis für die KI-nativen 6G-Netze der Zukunft.

Roth wird bei Nokia die IT weiter automatisieren, Prozesse beschleunigen und KI nach einem strikten Governance-Fahrplan in der Breite einführen. Aber das ist nichts Neues: Die berühmte Forschungstochter Nokia Bell Labs setzt längst auf GenAI und Simulationen, um neue Chipsätze, optische Glasfaserarchitekturen und Materialkomponenten für 6G zu entwickeln.

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Florian Roth, Nokia

Florian Roth war bis 2024 CDIO bei SAP (Foto: SAP).